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Im Banne des Coyoten von Helma Marsall
 
Rezension, aus "Magazin für Amerikanistik - Zeitschrift für amerikanische Geschichte" (Heft 1 / 2008):
 
Dieser Roman ist im amerikanischen Südwesten angesiedelt, eine Region, die hierzulande häufig etwas stiefmütterlich behandelt wird. Oberflächliche Reisende assoziieren sie in der Regel nur mit dem Grand Canyon und dem Monument Valley - zweifellos spektakuläre Naturwunder, die man gesehen haben muss. Aber entscheidend ist: Hier befindet sich das Land der Navajo, die größte Indianerreservation der USA mit einem Volk von 170.000 bis 200.000 Angehörigen. Die Geschichte der Navajo spiegelt die ganze Tragik der indianischen Unterwerfung wider, aber sie sind ein stolzes, ein zähes und ein traditionsbewusstes Volk. Wer das Land der Navajo besucht, der geht nicht unbeeindruckt.

Helma Marsall hat hier eine spannende Kriminalgeschichte angesiedelt. Ein junger FBI-Agent wird beauftrag, den seltsamen Tod von zwei Männern aufzuklären. In Verdacht gerät der Navajo Ayateh. Auf der Suche nach der Wahrheit kommt es zu einer freundschaftlichen Verbindung zwischen diesen beiden unterschiedlichen Männern. Dabei offenbaren sich tief greifende Mentalitätsunterschiede, die zu tragischen Missverständnissen führen. Ayateh steht im Bann böser Mächte, und nur der Tod scheint für ihn die Lösung aller Probleme zu sein.

Die Autorin lässt Mystik und Realität im indianischen Reservationsleben miteinander verschmelzen.
Die Geschichte wird getragen vom Wissen um die Philosophie und Weltsicht eines Indianervolkes, das sich aus der Unterwerfung im 19. Jahrhundert wieder emporgekämpft hat.

Eine einfühlsam erzählte, packende Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern eindringlich das Leben in einer uns sehr fernen Welt beschreibt, deren Alltag Probleme aufwirft, die uns in Europa fremd und unwirklich scheinen. Eine hervorragende erzählerische Leistung.

Dietmar Kuegler
 

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